Der Weg zum Ton
Das Jahr 1983 ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Als frischgebackener Absolvent der Keramikfachschule in Bechyně stand ich im Mährischen Museum, hielt das Original der Venus von Dolní Věstonice in den Händen und fertigte nach ihr eine Kopie an. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie tief die Keramik in die Geschichte der Menschheit hineinreicht und wie sehr dieses Material den Menschen seit seinen Anfängen begleitet. Und dass ich zu ihr zurückkehren und mich ihr ganz widmen musste.
Leicht war dieser Weg jedoch nicht. Der Weg zum eigenen Atelier war damals lang und verschlungen. Erst 1985 baute ich meinen ersten Ofen – und von diesem Moment an kamen die Dinge endlich in Bewegung. Vier Jahre später, 1989, gründeten Šárka Hanzálková und ich das Ceramic Studio.
Dann kamen die Reisen – nach Japan, Korea und Kanada. Auf jeder von ihnen sammelte ich Erfahrungen, beobachtete, wie anderswo mit Ton gearbeitet wurde, und fand über viele Versuche und Irrtümer allmählich zu Steinzeug, mit Kobalt dekorierten Strukturen, farbigen Glasuren und dem Spiel mit Oberflächen. Gerade diese große Spannweite begeistert mich: von großen Plastiken bis hin zu einem ganz gewöhnlichen Becher, den jemand jeden Morgen in die Hand nimmt.
Im Jahr 2000 gründeten Šárka und ich die Autorengalerie Galerie Zlaté rybky. 2005 kam unsere Tochter Barbora dazu – damit schloss sich der Kreis. Heute stehen das Ceramic Studio und die Galerie Zlaté rybky Seite an Seite als Werk zweier Generationen einer Familie: ein Ort, an dem auch unsere Freunde ausstellen und ihre Werke verkaufen.
Von der Tonvenus aus Dolní Věstonice bis zur Galerie mit dem Namen Zlaté rybky. Ein Weg, ein Ton, eine Familie.